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Kamin nachträglich einbauen: 7 Punkte, die vorher geklärt sein müssen

Sie dürfen einen Kamin in fast jedem Bestandsgebäude nachträglich einbauen: Eine Baugenehmigung ist nach § 61 der Musterbauordnung nicht nötig, in Betrieb nehmen dürfen Sie ihn aber erst, wenn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Abgasanlage bescheinigt hat. Vorher müssen Schornsteinzug, Verbrennungsluft (4 Kubikmeter Raum je Kilowatt), Abstände und die Mündung 40 Zentimeter über dem First geklärt sein.

Brauchen Sie eine Genehmigung für den nachträglichen Kamineinbau?

Nein, für einen Kaminofen oder einen Schornstein brauchen Sie keine Baugenehmigung, aber eine Bescheinigung vor der ersten Nutzung. Die Musterbauordnung, kurz MBO, ist die Vorlage der Bauministerkonferenz für die Bauordnungen der Länder. Nach ihrem § 61 Absatz 1 Nummer 2 sind Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung verfahrensfrei; ausgenommen sind nur freistehende Abgasanlagen mit mehr als 10 Metern Höhe. Ein Ofen und ein Schornstein am Haus fallen darunter, ein Bauantrag entfällt. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei: Die Anforderungen der Feuerungsverordnung Ihres Landes gelten trotzdem, und Sie sind selbst dafür verantwortlich, sie einzuhalten.

Die Kontrolle liegt beim bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Das ist der von der Behörde für sieben Jahre bestellte Schornsteinfeger Ihres Bezirks. Nach § 82 Absatz 2 Satz 4 der MBO dürfen Feuerstätten erst in Betrieb genommen werden, wenn er die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt hat. Diese Bescheinigung ist in § 16 des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes verankert; die Landesbauordnungen schreiben sie vor, und die Landesgebührenordnungen setzen den Preis. In Mecklenburg-Vorpommern kostet sie 85,68 Euro plus 1,43 Euro je Meter Schornstein und 37,19 Euro für eine Rohbau-Vorbesichtigung (Landeshauptstadt Schwerin).

Welche 7 Punkte entscheiden, ob der Kamin eingebaut werden darf?

Sieben Anforderungen entscheiden über den nachträglichen Einbau, und sechs davon stehen in der Muster-Feuerungsverordnung, kurz M-FeuVO, deren Werte die Länder in ihre Feuerungsverordnungen übernommen haben. Die siebte, die Höhe der Mündung, steht in § 19 der 1. BImSchV, der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen.

Die 7 Prüfpunkte für den nachträglichen Einbau einer Feuerstätte für feste Brennstoffe. Rechtsgrundlagen: Muster-Feuerungsverordnung (Stand Juni 2005), 1. BImSchV § 19 (Fassung für Errichtung ab 2022).
PrüfpunktAnforderungRechtsgrundlageWer klärt es
SchornsteinAbgase fester Brennstoffe müssen in einen Schornstein, der rußbrandbeständig ist und beim Überbrücken von Geschossen 90 Minuten Feuerwiderstand hat§ 7 Absatz 2 und 7 M-FeuVObevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger
MehrfachbelegungMehrere Feuerstätten an einem Zug nur, wenn die Abgasableitung in jedem Betriebszustand gesichert ist und kein Abgas in andere Räume gelangt§ 7 Absatz 4 M-FeuVObevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger
VerbrennungsluftBis 35 Kilowatt: Raum mit Fenster oder Außentür und mindestens 4 Kubikmeter Rauminhalt je Kilowatt, oder Verbrennungsluftverbund, oder Öffnung ins Freie mit 150 Quadratzentimetern§ 3 Absatz 1 M-FeuVOFachbetrieb, Bezirksschornsteinfeger
AufstellortNicht in notwendigen Treppenräumen und Fluren, nicht in Garagen (außer raumluftunabhängig bis 300 Grad Oberfläche)§ 4 Absatz 1 M-FeuVOFachbetrieb
LüftungsanlagenDunstabzug, Abluft-Trockner und Lüftungsanlage dürfen die Feuerstätte nicht beeinträchtigen: Verriegelung, Überwachung oder Unterdrucksicherung§ 4 Absatz 2 M-FeuVOFachbetrieb
Abstände und BodenHöchstens 85 Grad an brennbaren Bauteilen, Herstellerabstand oder 40 Zentimeter; nichtbrennbarer Bodenbelag 50 Zentimeter nach vorn, 30 seitlich; Rauchrohr 10 Zentimeter Abstand bei 2 Zentimeter Dämmung§ 4 Absatz 7 und 8, § 8 Absatz 4 M-FeuVOFachbetrieb
MündungFirstnah und mindestens 40 Zentimeter über First; im Umkreis von 15 Metern 1 Meter über Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen§ 19 Absatz 1 der 1. BImSchVbevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger

Die Verbrennungsluft ist der Punkt, an dem nachträgliche Einbauten am häufigsten scheitern. Ein Kaminofen mit 6 Kilowatt Nennwärmeleistung braucht nach § 3 Absatz 1 der M-FeuVO einen Aufstellraum mit mindestens 24 Kubikmetern, also etwa 10 Quadratmeter bei 2,4 Meter Deckenhöhe, und ein Fenster oder eine Außentür. Kleinere Räume lassen sich über Öffnungen von 150 Quadratzentimetern mit Nachbarräumen zu einem Verbrennungsluftverbund koppeln. In dichten Neubauten und sanierten Häusern mit Lüftungsanlage ist ein raumluftunabhängiger Ofen die sichere Wahl: Er holt seine Luft nach § 2 Absatz 2 der M-FeuVO über eine Leitung direkt von außen, und im Raum entsteht kein gefährlicher Unterdruck.

Welcher Schornstein kommt für den nachträglichen Kamin infrage?

Drei Wege führen zum Schornstein: ein freier Zug im vorhandenen gemauerten Schornstein, ein neuer Edelstahlschornstein an der Außenwand oder ein neuer Schornstein durch das Haus. Der freie Zug ist der günstigste Weg; ob es ihn gibt, steht im Feuerstättenbescheid, den der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger nach § 14a des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes nach jeder Feuerstättenschau erlässt. Er listet alle angeschlossenen Feuerstätten und damit auch, welcher Zug unbelegt ist. Ein alter Zug für einen Ölkessel hat oft einen zu großen Querschnitt für einen Kaminofen; dann zieht der Fachbetrieb ein Edelstahlrohr mit passendem Durchmesser ein.

Der Außenschornstein aus doppelwandigem Edelstahl ist der übliche Weg, wenn kein Zug frei ist. heizung.de nennt 1.500 bis 4.500 Euro mit Montage (Stand August 2026), agrarheute 1.500 bis 2.500 Euro (Stand Oktober 2024). Die Länge bestimmt § 19 Absatz 1 der 1. BImSchV: Für eine Feuerungsanlage für feste Brennstoffe, die nach dem 31. Dezember 2021 errichtet wird, muss die Mündung firstnah liegen und den First um mindestens 40 Zentimeter überragen. Firstnah ist sie, wenn ihr horizontaler Abstand vom First kleiner ist als der von der Traufe und ihr vertikaler Abstand vom First größer als ihr horizontaler. Bei Bestandsgebäuden, die vor 2022 errichtet wurden, erlaubt die Verordnung die mildere Regel des Absatzes 2 nur, wenn die strengen Anforderungen im Einzelfall unverhältnismäßig sind: 40 Zentimeter über First oder 1 Meter Abstand von der Dachfläche bei flachen Dächern, 2,30 Meter horizontal bei Dächern über 20 Grad.

Rauminhalt je Kilowatt bei raumluftabhängigen Öfen
4 Kubikmeter
Muster-Feuerungsverordnung § 3 Absatz 1, Stand Juni 2005, Stand 1. Juni 2005
Mündung über First bei Errichtung ab 2022
mindestens 40 Zentimeter, firstnah
1. BImSchV § 19 Absatz 1, Stand 1. Januar 2022
Edelstahlschornstein außen mit Montage
1.500 bis 4.500 Euro
heizung.de, Kamin: Kosten für Kauf, Einbau und Betrieb, Stand 1. August 2026
Welcher Schornstein passt zu Ihrem Haus?

Steht im Feuerstättenbescheid ein unbelegter Zug im gemauerten Schornstein?

Ja

Ist der Zug rußbrandbeständig und passt der Querschnitt zum Ofen?

Ja

Ofen anschließen; Kosten für Rauchrohr und Wandfutter 50 bis 100 Euro (agrarheute, Oktober 2024).

Nein

Edelstahlrohr in den Zug einziehen lassen; der Fachbetrieb berechnet den Durchmesser für den Ofen.

Nein

Lässt sich an der Außenwand ein Edelstahlschornstein firstnah und 40 Zentimeter über First führen?

Ja

Außenschornstein mit Montage 1.500 bis 4.500 Euro (heizung.de, August 2026); Wanddurchführung nach § 8 Absatz 5 M-FeuVO mit 20 Zentimeter Schutzrohr oder Ummantelung durch brennbare Wände.

Nein

Innen liegender Schornstein durch alle Geschosse in einem Schacht mit 90 Minuten Feuerwiderstand (§ 7 Absatz 7 M-FeuVO) oder Verzicht. Die Einschätzung des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers vor jedem Kauf einholen.

Was muss bei Statik, Boden und Rauchrohr beachtet werden?

Ein Kaminofen belastet die Decke kaum, ein gemauerter Kachelofen mit mehreren hundert Kilogramm Schamotte auf einer Holzbalkendecke ist dagegen eine Aufgabe für den Tragwerksplaner. Die Musterbauordnung verlangt in § 12, dass jede bauliche Anlage standsicher ist; wer die Last nicht kennt, lässt sie berechnen, bevor gemauert wird. Beim Kaminofen reicht meist die nichtbrennbare Bodenplatte, die § 4 Absatz 8 der M-FeuVO ohnehin vorschreibt: Sie muss die Feuerungsöffnung um 50 Zentimeter nach vorn und um 30 Zentimeter zu den Seiten überragen, damit herausfallende Glut nicht auf Parkett oder Teppich trifft.

  • Abstand zu brennbaren Bauteilen: so groß, dass an Holz, Tapete oder Möbeln höchstens 85 Grad entstehen. Maßgeblich ist das Typschild des Ofens; ohne Angabe gelten 40 Zentimeter (§ 4 Absatz 7 M-FeuVO).
  • Rauchrohr: nicht durch Decken, Wände oder unzugängliche Hohlräume und nicht in andere Geschosse (§ 7 Absatz 9). Zu brennbaren Bauteilen genügen 10 Zentimeter, wenn das Rohr 2 Zentimeter dick nichtbrennbar gedämmt ist (§ 8 Absatz 4).
  • Wanddurchführung: Durch brennbare Wände braucht das Rohr ein Schutzrohr aus nichtbrennbarem Material mit 20 Zentimeter Abstand oder eine 20 Zentimeter dicke nichtbrennbare Ummantelung (§ 8 Absatz 5).
  • Offener Kamin: Brennbare Bauteile müssen 80 Zentimeter Abstand zur Feuerraumöffnung halten, mit belüftetem Strahlungsschutz 40 Zentimeter (§ 4 Absatz 9). Dazu darf er nach § 4 Absatz 4 der 1. BImSchV nur gelegentlich betrieben werden.
  • Typprüfung: Ein neuer Kaminofen braucht nach § 4 Absatz 3 der 1. BImSchV eine Typprüfung mit den Werten der Stufe 2, höchstens 0,04 Gramm Staub je Kubikmeter Abgas.

So läuft der nachträgliche Einbau vom ersten Anruf bis zum ersten Feuer

Der Einbau selbst dauert einen Tag, die Klärung davor Wochen. Wer die Reihenfolge einhält, kauft keinen Ofen, der nicht angeschlossen werden darf.

Nachträglicher Kamineinbau in 7 Schritten
  1. Feuerstättenbescheid lesen

    Der Bescheid zeigt, welche Züge belegt sind. Fehlt er, fragen Sie den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger Ihres Kehrbezirks nach einer Ausfertigung.

  2. Zug oder Schornsteinweg klären

    Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger bestätigt Zug, Querschnitt und Rußbrandbeständigkeit oder nennt den Weg für einen Außenschornstein und die nötige Mündungshöhe nach § 19 der 1. BImSchV.

  3. Raum prüfen

    Rauminhalt je Kilowatt, Fenster oder Außentür, Lüftungsanlage und Dunstabzug, Abstände zu Möbeln und Wänden; daraus folgt, ob ein raumluftabhängiger oder ein raumluftunabhängiger Ofen passt.

  4. Ofen wählen und Angebot einholen

    Typprüfung Stufe 2, Nennwärmeleistung nach Raum, Abstände vom Typschild. Das Angebot des Fachbetriebs führt Ofen, Rauchrohr, Bodenplatte, Kernbohrung, Schornstein und Abnahme einzeln auf.

  5. Bescheinigung beantragen

    Vor der Fertigstellung, in Mecklenburg-Vorpommern 14 Tage vorher, damit der Rohbauzustand besichtigt werden kann.

  6. Montage

    Fachbetrieb stellt auf, schließt an, prüft die Dichtheit des Rauchrohrs; beim Außenschornstein Kernbohrung, Wandhalter, Dachdurchführung und Abspannung.

  7. Abnahme, Bescheid, Beratung

    Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger bescheinigt, erlässt nach § 14a Absatz 4 SchfHwG den Feuerstättenbescheid neu und berät innerhalb eines Jahres zur Bedienung.

Was das alles kostet, hängt fast nur am Schornstein. Mit freiem Zug liegen Ofen, Montage, Rauchrohr, Bodenplatte und Bescheinigung nach den Spannen von heizung.de und agrarheute bei etwa 700 bis 2.500 Euro für einen Stahlofen; ohne Zug kommen 1.500 bis 4.500 Euro für den Außenschornstein dazu.

Welche Fehler machen den nachträglichen Einbau teuer?

Die teuersten Fehler passieren vor dem Kauf, nicht bei der Montage. Fünf davon lassen sich mit je einer Frage an den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger oder den Fachbetrieb vermeiden.

  1. Ofen vor der Zugprüfung gekauft: Der Abgasstutzen passt nicht zum Zug oder der Zug ist belegt. Klären Sie den Zug zuerst, dann den Ofen.
  2. Leistung nach Optik statt nach Raum gewählt: Ein zu großer Ofen wird gedrosselt betrieben und verrußt Scheibe und Schornstein. agrarheute nennt für Altbauten die Faustregel 0,1 Kilowatt je Quadratmeter, gedämmte Häuser brauchen weniger.
  3. Lüftungsanlage oder Abluft-Dunstabzug vergessen: Ohne Verriegelung oder Unterdruckwächter nach § 4 Absatz 2 M-FeuVO verweigert der Bezirksschornsteinfeger die Bescheinigung.
  4. Mündung zu niedrig geplant: Ein Außenschornstein, der nicht 40 Zentimeter über den First reicht, muss verlängert und abgespannt werden, nachdem das Gerüst schon weg ist.
  5. Abnahme nicht im Angebot: Wer die Bescheinigung beantragt, beim Termin anwesend ist und Mängel nachbessert, gehört schriftlich in den Vertrag.

Häufige Fragen

Braucht man für den nachträglichen Einbau eines Kaminofens eine Baugenehmigung?

Nein, für den nachträglichen Einbau eines Kaminofens braucht man keine Baugenehmigung. Nach § 61 Absatz 1 Nummer 2 der Musterbauordnung sind Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung verfahrensfrei, ausgenommen freistehende Abgasanlagen über 10 Meter Höhe. In Betrieb nehmen dürfen Sie den Ofen nach § 82 Absatz 2 Satz 4 MBO aber erst, wenn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit der Abgasanlage bescheinigt hat.

Wie groß muss der Raum für einen Kaminofen sein?

Der Aufstellraum für einen raumluftabhängigen Kaminofen muss nach § 3 Absatz 1 der Muster-Feuerungsverordnung mindestens 4 Kubikmeter Rauminhalt je Kilowatt Nennwärmeleistung haben und ein Fenster oder eine Außentür besitzen. Für einen Ofen mit 6 Kilowatt sind das 24 Kubikmeter. Kleinere Räume können über Öffnungen von 150 Quadratzentimetern mit Nachbarräumen verbunden werden, oder Sie wählen einen raumluftunabhängigen Ofen mit eigener Luftleitung.

Kann ein Kaminofen an den Schornstein der Gasheizung angeschlossen werden?

Ein Kaminofen darf nicht an die Abgasleitung einer Gasheizung angeschlossen werden, weil § 7 Absatz 2 der Muster-Feuerungsverordnung für feste Brennstoffe einen Schornstein verlangt, der nach § 7 Absatz 7 rußbrandbeständig ist. Die Kunststoff- oder dünnwandige Edelstahlleitung eines Brennwertkessels ist das nicht. Ein gemauerter Zug, der früher für Gas genutzt wurde, kann mit einem rußbrandbeständigen Rohr ausgekleidet werden.

Wie hoch muss der Schornstein für einen nachträglich eingebauten Kaminofen sein?

Der Schornstein für einen ab 2022 errichteten Kaminofen muss nach § 19 Absatz 1 der 1. BImSchV firstnah münden und den First um mindestens 40 Zentimeter überragen; im Umkreis von 15 Metern muss die Mündung 1 Meter über Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen liegen. Bei Gebäuden von vor 2022 gilt die mildere Regel des Absatzes 2 nur, wenn die strenge im Einzelfall unverhältnismäßig ist.

Wer nimmt den nachträglich eingebauten Kamin ab und was kostet das?

Den nachträglich eingebauten Kamin nimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ab, indem er nach § 16 des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt. Die Gebühr regelt jedes Land; in Mecklenburg-Vorpommern kostet die Bescheinigung 85,68 Euro plus 1,43 Euro je Meter Schornstein, eine Rohbau-Vorbesichtigung 37,19 Euro (Landeshauptstadt Schwerin).

Darf ein Kaminofen in der Garage oder im Flur stehen?

Ein Kaminofen darf nach § 4 Absatz 1 der Muster-Feuerungsverordnung nicht in notwendigen Treppenräumen, nicht in notwendigen Fluren und nicht in Garagen aufgestellt werden. Für Garagen gibt es eine Ausnahme nur für raumluftunabhängige Feuerstätten, deren Oberfläche bei Nennleistung höchstens 300 Grad heiß wird. Ein Holzofen in der Garage scheidet damit praktisch aus.

Begriffe aus diesem Artikel im Glossar

  • Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger: Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ist die Person, die eine Behörde nach § 8 SchfHwG für sieben Jahre für einen Bezirk bestellt und die dort die hoheitlichen Aufgaben ausführt, allen voran die Feuerstättenschau.
  • Feuerstättenbescheid: Der Feuerstättenbescheid ist das schriftliche Ergebnis der Feuerstättenschau: Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger stellt ihn nach § 14a SchfHwG unverzüglich aus und legt fällige Kehr-, Überprüfungs- oder Instandsetzungsarbeiten mit Termin fest.
  • Feuerstätte: Eine Feuerstätte ist jede Anlage, die Brennstoff zur Wärmeerzeugung verbrennt, von Kaminöfen über Kachelöfen bis zu Gasthermen. Der Begriff fasst alle Anlagenarten unter den Prüf- und Kehrpflichten von KÜO und 1. BImSchV zusammen.
  • Raumluftunabhängiger Betrieb: Raumluftunabhängiger Betrieb bedeutet, dass eine Feuerstätte ihre Verbrennungsluft über eine abgedichtete Leitung direkt von außen bezieht, nicht aus dem Aufstellraum. Das ist oft Pflicht, wenn eine Lüftungsanlage sonst einen gefährlichen Unterdruck erzeugen könnte.
  • Nennwärmeleistung: Die Nennwärmeleistung gibt in Kilowatt an, wie viel Wärme eine Feuerstätte im Dauerbetrieb unter genormten Prüfbedingungen abgibt. Sie ist die Kennzahl zur Abstimmung auf Raumgröße und Dämmstandard und steht auf dem Typenschild.
  • Abgasanlage: Eine Abgasanlage führt die Verbrennungsgase einer Feuerstätte sicher ins Freie, meist als gemauerter Schornstein oder als vorgefertigtes System aus doppelwandigen Edelstahlrohren. Querschnitt und Material müssen zu Brennstoffart und Nennwärmeleistung passen.
  • Außenschornstein: Ein Außenschornstein ist eine Abgasanlage, die nachträglich außen an der Gebäudewand montiert wird, meist als doppelwandiges Edelstahlsystem, wenn innen kein geeigneter Schacht vorhanden ist. Er verlangt die in DIN 18160 geregelten Abstands- und Befestigungsanforderungen.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Musterbauordnung (MBO), Fassung November 2002, zuletzt geändert 25. September 2020, §§ 12, 42, 61, 82, Bauministerkonferenz,
  2. Muster-Feuerungsverordnung (M-FeuVO), Stand Juni 2005, §§ 2, 3, 4, 7, 8, 9, Bauministerkonferenz, IS-ARGEBAU,
  3. 1. BImSchV § 19 Ableitbedingungen für Abgase, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. 1. BImSchV § 4 Allgemeine Anforderungen (Typprüfung, offene Kamine, Beratungspflicht), Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  5. SchfHwG § 16 Weitere Aufgaben (Bescheinigung der Tauglichkeit), Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  6. SchfHwG § 14a Feuerstättenbescheid, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  7. Bescheinigung der Tauglichkeit und sicheren Benutzbarkeit der Abgasanlagen beantragen (Gebühren M-V), Landeshauptstadt Schwerin,
  8. Kamin: Kosten für Kauf, Einbau und Betrieb (Stand August 2026), heizung.de, Viessmann Holding International GmbH,
  9. Kaminofen kaufen und nachrüsten: Ofenpreise, Einbaukosten, Auflagen (23. Oktober 2024), agrarheute, Deutscher Landwirtschaftsverlag,

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Stand dieser Angaben: 20. September 2026.